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Once a year the Faculty of Historical and Cultural Studies at the University of Vienna and the chair for Public History invite the public to congregate in the university's grand ceremonial hall to the 'Vienna Public History Lectures'. In terms of content, this series is directed towards 'public history', which might be defined as 'the public engagement with history'. Public history has its own history and it continues to generate impactful stories. The origins of these stories tend not to be recognised for what they are; usually, they remain unconsidered. The 'Vienna Public History Lectures' are aimed at an interested public; they are by no means strictly academic. Rather, we endeavour to invite speakers who, in their writings, have proven time and again how commonplace but, at the same time, how significant and how invisible these stories are in all our lives. We seek to provide a platform for those who are unafraid of crossing the borders between research and poetry, between science and literature, between freelance profession and academic office. This series aims to transcend the disciplinary boundaries of historical and cultural studies, both internally and externally. We extend an invitation to everyone who is interested to join us and share in this process of public conversation and reflection.
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Unser Verhältnis zum Tod und zur Vergangenheit ist im Begriff, sich grundsätzlich zu ändern. Bislang lebten Tote in unserer Vorstellung und in unseren Träumen fort. Von berühmten Toten aus ferneren Zeiten konnten wir uns mithilfe von Geschichtsbüchern, historischen Romanen und Porträts ein inneres Bild machen. Die Vergangenheit war für uns zweierlei: einerseits eine fremde Welt, die uns letztlich unzugänglich blieb, über die wir aber, wenn wir uns bemühten, einiges in Erfahrung zu bringen vermochten. Andererseits konnte sie - wenngleich auch hier nur, wenn wir einiges Wissen mitbrachten - mithilfe unserer Vorstellungskraft heraufbeschworen und belebt werden. Wie aber sehen wir die Vergangenheit heute, wie werden wir sie zukünftig betrachten
In einer virtual reality unterhält sich eine Frau per Video-Call mit ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter; ein 2002 geborener junger Mann schlägt sich tapfer in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs. Ein anderer unterhält sich mit Napoleon und fragt ihn, was er denn von den heutigen Politikern halte. Die Vergangenheit soll ebenso wie die Toten jederzeit abrufbar sein, sie sollen unserer Gegenwart einverleibt, sollen unser augmented present, unsere erweiterte Gegenwart, unsere allen Platz einnehmende 'Jetztzeit' werden. Hinter diesen immer perfekter werdenden Trugbildern stecken nicht nur merkantile Interessen, sondern auch Bemühungen, den Tod und die Vergangenheit zu leugnen, ja, sie abzuschaffen. Wohnt diesen Bestrebungen nicht ein totalitärer Gedanke inne
Die Vergangenheit, die sich in der Literatur widerspiegelt, ist eine imaginäre, die vor jedem inneren Auge andere Züge annimmt. Sie behält eine Unschärfe, die durch die anhand weniger Anhangspunkte sich öffnende Weite des Vorstellungsspielraums entsteht. Ereignisse der Geschichte per Immersion nachzuerleben, ist hingegen reine Illusion, eine unentrinnbare Einheitswirklichkeit, eine Unterhaltungszwangsjacke.