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Daniel Maier offers a comprehensive re-examination of the Apocalypse of Peter, one of the earliest Christian apocalyptic texts, and reconstructs its vision of the fate of the righteous after death. He argues that this text articulates an elaborate and influential model of Paradise as a return to a heavenly Eden, rather than as an abstract or purely spiritualized state. This model is neither marginal nor secondary but belongs to a formative phase of early Christian eschatological imagination. The author combines detailed philological analysis with source/redaction criticism and tradition-historical comparison. He examines all extant textual witnesses, with particular attention to the Ethiopic transmission and its embedding within a Pseudo-Clementine framework. By reading the Ethiopic material not as a late or secondary accretion but as a decisive witness to early interpretive trajectories, the author challenges long-standing reconstructions that grant one version near-exclusive authority in establishing the text.
The Apocalypse of Peter, Maier argues, envisions the post-mortem destinies of both the righteous and the sinners in terms of spatial concreteness, sensory experience, and communal forms of existence. Paradise is depicted as a restored Eden characterized by light, fragrance, and abundant joy, thereby integrating Jewish apocalyptic traditions of Eden, resurrection, and judgment with emerging Christian eschatology. Maier further demonstrates that motifs such as post-mortem salvation, otherworldly mediation by angels and patriarchs, and embodied perception are structurally linked to broader early Christian debates about resurrection, justice, and divine mercy.
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Daniel Maier unterzieht einen der frühesten christlichen apokalyptischen Texte einer umfassenden Neubewertung und rekonstruiert dessen Vorstellung vom Geschick der Gerechten nach dem Tod. Er argumentiert, dass die Petrusapokalypse ein ausgearbeitetes und wirkungsmächtiges Modell des Paradieses entfaltet, das als Rückkehr in ein himmlisches Eden verstanden wird und nicht als abstrakter oder rein spiritualisierter Zustand. Dieses Modell ist weder randständig noch sekundär, sondern gehört einer prägenden Phase frühchristlicher eschatologischer Imagination an. Der Autor verbindet eine detaillierte philologische Analyse mit literarkritischer Untersuchung und traditionsgeschichtlichem Vergleich. Er untersucht sämtliche erhaltenen Textzeugnisse mit besonderer Aufmerksamkeit für die äthiopische Überlieferung und ihre Einbettung in einen pseudoklementinischen Rahmen. Indem er das äthiopische Material nicht als späte oder sekundäre Ergänzung, sondern als maßgebliches Zeugnis früher Auslegungstraditionen interpretiert, stellt der Autor althergebrachte Rekonstruktionen infrage, die exklusiv eine der überlieferten Versionen - die griechische oder die äthiopische - heranziehen.
Der Autor zeigt, dass die Petrusapokalypse ursprünglich die postmortalen Geschicke sowohl der Gerechten als auch der Sünder in Kategorien räumlicher Konkretheit, sinnlicher Erfahrung und gemeinschaftlicher Existenzformen entwirft. Das Paradies wird als wiederhergestelltes Eden beschrieben, das durch Licht, Wohlgeruch und umfassende Freude gekennzeichnet ist, und integriert so jüdische apokalyptische Traditionen von Eden, Auferstehung und Gericht in eine sich herausbildende christliche Eschatologie. Darüber hinaus weist der Autor nach, dass Motive wie die Erlösung nach dem Tod, das jenseitige Eingreifen durch Engel und Patriarchen sowie eine leibgebundene Wahrnehmung strukturell mit breiteren frühchristlichen Debatten über Auferstehung, Gerechtigkeit und göttliche Barmherzigkeit verknüpft sind.
; Ausgezeichnet: Hanns-Lilje-Preis, 2026