Zu Produktinformationen springen
1 von 1
Martin Fertmann

Menschenrechtssozialisation auf Online-Plattformen

Menschenrechtssozialisation auf Online-Plattformen

Normaler Preis €79,00
Normaler Preis Verkaufspreis €79,00
Sale Ausverkauft
inkl. MwSt.
Zustand

Produktbeschreibung

Martin Fertmann explores how Meta's Oversight Board has evolved into a significant actor shaping international human rights standards in online content moderation. Covering Facebook, Instagram, and Threads from 2020 to 2024, the analysis is grounded in the Board's founding documents, 65 decisions, and four advisory opinions. It reconstructs both the Board's self-description and its external perception, tracing its emergence as a source of normative authority within the digital sphere.
Using a rule-theoretical approach inspired by H. L. A. Hart's concept of secondary rules, the author examines the Board's internal validation structures and decision-making powers. Complementing this legal-theoretical framework, the study employs the spiral model of human rights socialization from international relations to contextualize the diffusion of human rights norms into private regulation.
The findings show that while the Board was initially bound to Meta's internal rules, it increasingly grounds its reasoning in international human rights standards derived from the UN Guiding Principles on Business and Human Rights. This shift establishes a normative hierarchy placing human rights above contractual terms. The study further demonstrates how the Board mediates between Meta, NGOs, and international institutions, gradually narrowing Meta's discretion and institutionalizing human rights within corporate governance. It thereby provides a rigorous contribution to debates on transnational norm formation and digital constitutionalism.

; Martin Fertmann beleuchtet die Entwicklung des von Meta geschaffenen Oversight Boards zu einem zentralen Akteur bei der Herausbildung internationaler Menschenrechtsstandards in der Inhaltemoderation. Er untersucht die Plattformen Facebook, Instagram und Threads im Zeitraum von 2020 bis 2024. Auf Basis einer umfassenden Auswertung der Gründungsdokumente, 65 Entscheidungen und vier Stellungnahmen rekonstruiert der Autor die Selbst- und Fremdbeschreibung des Oversight Boards und analysiert seine wachsende normative Autorität. Ausgangspunkt ist ein regeltheoretischer Ansatz, der auf H.L.A. Harts Konzept der sekundären Regeln zurückgreift, um interne Geltungsstrukturen und Entscheidungsbefugnisse zu bestimmen. Ergänzend wird das Spiralmodell der Menschenrechtssozialisation herangezogen, um den Prozess der Integration internationaler Normen in private Regelsysteme zu erfassen. Die Analyse zeigt, dass das Oversight Board ursprünglich auf die privaten Regelwerke Metas beschränkt war, sich jedoch zunehmend an internationalen Menschenrechtsstandards orientiert. Diese Entwicklung begründet eine Hierarchie, in der internationale Normen über den Nutzungsbedingungen stehen. Des Weiteren zeigt die Studie, wie das Oversight Board zwischen Meta, internationalen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Akteuren vermittelt und durch öffentliche Stellungnahmen sowie Antwortpflichten rekursive Diskurse erzeugt. Damit verengt sich Metas Handlungsspielraum, während sich eine institutionelle Verankerung menschenrechtlicher Prinzipien in der Unternehmenspraxis vollzieht. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Analyse der Entstehung transnationaler Normautorität im digitalen Raum.
Vollständige Details anzeigen Informationen anzeigen
1 von 3